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Schlaganfall Mobilität wiederherstellen: moderne Therapien, neue Technologien & Heimübungen

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Schlaganfall Mobilität wiederherstellen: moderne Therapien, neue Technologien & Heimübungen

Podcast: Schlaganfall – Mobilität wiederherstellen mit moderner Rehabilitation

Was passiert nach einem Schlaganfall? Wir erklären Neuroplastizität, moderne Therapieformen wie Robotik und Spiegeltherapie sowie konkrete Heimübungen – evidenzbasiert, verständlich und realistisch.

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Kapitel (8)
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Speaker: Ein Schlaganfall verändert von einem Moment auf den anderen das Leben. Plötzlich ist das Gehen unsicher. Der Arm fühlt sich fremd an. Bewegungen, die früher selbstverständlich waren, funktionieren nicht mehr. Doch hier beginnt nicht nur ein medizinischer Prozess – sondern auch ein Lernprozess. Unser Gehirn besitzt eine erstaunliche Fähigkeit: Neuroplastizität. Das bedeutet, dass es sich durch gezieltes Training neu organisieren kann. Genau darauf baut moderne Schlaganfall-Rehabilitation auf. In der Akutphase geht es zuerst um Stabilisierung. Frühmobilisation kann sinnvoll sein – aber sie muss richtig dosiert werden. Studien zeigen: Zu viel, zu früh kann Nachteile haben. Entscheidend ist eine individuell angepasste Therapie. In der Frührehabilitation steht das Wiederlernen im Mittelpunkt. Sitzen. Aufstehen. Gehen. Greifen. Wiederholte, alltagsnahe Aufgaben sind hier der Schlüssel. Das Gehirn lernt durch Wiederholung. Nicht perfekte Bewegung ist entscheidend – sondern häufiges, zielgerichtetes Üben. Auch Monate später, in der Langzeitrehabilitation, sind Fortschritte möglich. Zwar langsamer, aber weiterhin relevant. Prognosefaktoren wie Ausgangsschwere, Muskelkraft oder frühe Gehfähigkeit spielen eine Rolle – doch sie sind keine endgültigen Urteile. Moderne Technologien können das Training verstärken. Robotik-Therapie ermöglicht viele Wiederholungen mit präzisem Feedback. Spiegeltherapie nutzt visuelle Rückmeldung, um motorisches Lernen zu fördern. Elektrostimulation kann Muskeln gezielt aktivieren – etwa bei Fußheberschwäche. Virtual Reality steigert Motivation und Trainingsintensität. Telerehabilitation bringt Therapie nach Hause. Doch Technik ersetzt keine aktive Mitarbeit. Der wichtigste Faktor bleibt regelmäßiges, aufgabenorientiertes Training. Was kann man zuhause tun? Aufstehen und kontrolliert hinsetzen trainiert Kraft und Transfers. Gewichtsverlagerung verbessert Balance. Gezielte Schritte bereiten das Gangtraining vor. Alltagsgreifen mit Tassen oder Handtüchern fördert funktionelle Armnutzung. Spiegeltherapie kann ergänzen – wenn therapeutisch empfohlen. Und Video-gestützte Programme helfen, dranzubleiben. Realistische Hoffnung ist wichtig. Nicht jede Lähmung verschwindet vollständig. Aber Verbesserungen sind häufig möglich – Schritt für Schritt. Rehabilitation ist kein Sprint. Sie ist ein langfristiger Lernprozess. Das Fazit: Früh beginnen, richtig dosieren, häufig üben. Technologie nutzen, aber Alltag trainieren. Kleine Fortschritte zählen. Und das Gehirn bleibt lernfähig – oft länger, als wir denken.

TL;DR: Wichtige Erkenntnisse

  • Neuroplastizität ermöglicht funktionelle Verbesserungen auch Monate nach einem Schlaganfall.
  • Frühe, aber individuell dosierte Mobilisation ist entscheidend für die Prognose.
  • Aufgabenorientiertes Training ist eine zentrale Säule der Rehabilitation.
  • Robotik, Elektrostimulation, Virtual Reality und Telerehabilitation können Training ergänzen, aber nicht ersetzen.
  • Regelmäßige, sichere Heimübungen unterstützen langfristige Fortschritte.
  • Prognose hängt stark von Ausgangsschwere und Trainingsintensität ab.
  • Realistische Erwartungen und kontinuierliche Therapie verbessern Motivation und Therapieerfolg.

Nach einem Schlaganfall sind Gang, Gleichgewicht oder die Arm-Hand-Funktion oft plötzlich eingeschränkt – bis hin zur Lähmung nach Schlaganfall. Gleichzeitig besitzt das Nervensystem eine Fähigkeit, die Fortschritte möglich macht: Neuroplastizität. Sie bedeutet, dass das Gehirn sich durch Übung neu organisiert. Moderne Rehabilitation nach Schlaganfall nutzt dieses Prinzip mit frühem, sicherem Training, aufgabenorientiertem Gangtraining und gezieltem Üben, um den Arm nach Schlaganfall bewegen zu lernen. Neue Technologien wie Robotik-Therapie, Elektrostimulation, Virtual Reality und Telerehabilitation können das Training intensiver und alltagsnäher machen. Dieser Artikel ordnet die Evidenz ein, beschreibt Chancen und Grenzen – und liefert Heimübungen nach Schlaganfall, die viele Betroffene mit fachlicher Anleitung zuhause umsetzen können. Fortschritte sind häufig möglich, aber individuell und meist schrittweise. [1]

Disclaimer: Dieser Artikel informiert evidenzorientiert über Rehabilitation nach Schlaganfall, ersetzt aber keine ärztliche Diagnose oder individuelle Therapieplanung. Bei neuen oder sich verschlechternden Symptomen bitte sofort medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. [1]

Definitionen und Grundwissen

Definition: Schlaganfall. Ein Schlaganfall ist eine akute Durchblutungsstörung oder Blutung im Gehirn, die zu plötzlich auftretenden neurologischen Ausfällen führen kann (z. B. Lähmung, Sprach-/Sehstörungen, Verwirrtheit). Moderne Definitionen berücksichtigen neben klinischen Symptomen auch bildgebende Befunde und damit verbundene Gewebeschädigung. [2]

Definition: Mobilitätsverlust nach Schlaganfall. „Mobilität“ meint nicht nur Gehen, sondern auch Aufstehen, Transfers (Bett–Stuhl), Gleichgewicht, sichere Fortbewegung im Alltag und – im weiteren Sinn – die nutzbare Arm-Hand-Funktion für Alltagsaktivitäten. Einschränkungen entstehen häufig durch Schwäche/Parese, Koordinationsstörungen, Sensibilitätsverlust, Spastik, Gleichgewichtsprobleme und/oder Aufmerksamkeits-/Wahrnehmungsstörungen. [3]

Definition: Neuroplastizität. Neuroplastizität beschreibt die Fähigkeit des Nervensystems, Struktur, Funktion oder Verschaltung als Reaktion auf innere oder äußere Reize zu verändern – etwa nach einer Hirnschädigung oder durch Lernen und Training. Genau darauf zielen viele Reha-Strategien ab: häufiges, zielgerichtetes Üben soll „nützliche“ Reorganisation unterstützen. [4]

Therapien zur Mobilitätsförderung: Physiotherapie, Robotik und Elektrostimulation in der Anwendung.

Therapien zur Mobilitätsförderung

Erklärung:

  • Gangtraining: therapeutisches Üben des Gehens (z. B. über Boden, Laufband, mit Hilfsmitteln), oft als wiederholte Schritt-/Aufgabenpraxis. [5]
  • Spiegeltherapie: Training mit Spiegel/Spiegelbox, bei dem die Bewegung der gesunden Seite als „Spiegelbild“ der betroffenen Seite wahrgenommen wird. [6]
  • Robotik-Therapie: Einsatz robotischer Geräte, um Bewegungen sehr häufig, geführt oder assistiert zu üben (Arm/Hand oder Gang). [7]
  • Elektrostimulation/FES: elektrische Stimulation zur Aktivierung von Nerven/Muskeln, teils funktionell im Bewegungsablauf (z. B. Fußheber). [8]
  • Telerehabilitation: therapeutische Betreuung/Training über Distanz (Video, Apps, Sensor-Feedback), oft als Ergänzung zur Präsenztherapie. [9]

Reha-Phasen und Neuroplastizität

Rehabilitation nach Schlaganfall ist kein „einmaliges Programm“, sondern ein Prozess mit wechselnden Zielen: Komplikationen vermeiden, grundlegende Funktionen wieder anbahnen, dann Ausdauer, Kraft, Koordination und Alltagstätigkeiten systematisch ausbauen. Viele Studien zeigen: Erholung verläuft am schnellsten früh nach dem Ereignis, aber Training kann auch später noch messbare Verbesserungen erzielen – insbesondere, wenn es aufgabenorientiert und ausreichend dosiert ist. [10]

Akutphase

In den ersten Tagen steht die medizinische Stabilisierung im Vordergrund. Gleichzeitig beginnt moderne „Stroke-Unit-Reha“ häufig sehr früh: Lagerung, Atem- und Kreislaufaktivierung, erste Transfers, frühes Aufsetzen/Stehen – immer angepasst an neurologischen Status, Blutdruck, Kreislauf, Schluck-/Sturzrisiko und Begleiterkrankungen. [11]

Wichtig ist die Dosis: Eine große randomisierte Studie zur sehr frühen Mobilisation zeigte, dass ein höher dosiertes „sehr frühes“ Mobilisationsprotokoll in den ersten 24 Stunden mit geringerer Wahrscheinlichkeit für ein günstiges funktionelles Ergebnis nach 3 Monaten verbunden war. Das wird heute häufig so interpretiert, dass „früh“ sinnvoll sein kann – aber nicht „zu viel, zu früh“ und nicht ohne sorgfältige Auswahl und Überwachung. [12]

Frührehabilitation

In den ersten Wochen liegt der Schwerpunkt oft auf dem Wiederlernen zentraler Funktionen: Sitzen, Aufstehen, Gleichgewicht, Gehen, Greifen, Armführung. Evidenzbasierte Reha setzt dabei stark auf wiederholte, alltagsnahe Aufgabenpraxis (z. B. „aus dem Stuhl aufstehen“, „Cup greifen“, „Schritte setzen“), weil genau diese repetitive Aufgabenpraxis funktionelle Fähigkeiten verbessern kann. [13]

Ein realistischer, hilfreicher Gedanke für Betroffene: Frührehabilitation zielt nicht nur auf „Muskelkraft“, sondern auch auf Lernen. Schlaf, Aufmerksamkeit, Motivation und Fatigue beeinflussen, wie gut das Gehirn Trainingsreize „speichert“. [14]

Langzeitrehabilitation

Wenn Monate vergangen sind, sprechen viele von „chronischer Phase“. Das ist kein Synonym für „austherapiert“. Systematische Übersichten zeigen weiterhin Effekte durch gezieltes Training – oft kleiner als in der Frühphase, aber klinisch relevant, besonders bei ausreichend Wiederholungen und sinnvoller Progression. [15]

Prognosefaktoren (was die Chancen beeinflusst): Der wichtigste Prädiktor für Mobilitäts- und Geh-Erholung ist in vielen Untersuchungen die initiale Schlaganfallschwere bzw. das Ausgangsniveau der Funktion. Häufig genannte weitere Einflussfaktoren sind Alter, frühe Geh-/Balancefähigkeit, Muskelkraft (z. B. Kniestrecker), Zeit seit Ereignis sowie kognitive/aufmerksamkeitsbezogene Faktoren. Prognosemodelle können Orientierung geben, sind aber nie „Schicksalsurteile“ für den Einzelfall. [16]

Moderne Schlaganfalltherapie und innovative Ansätze

Leitlinien und große Evidenzsammlungen betonen einen Kern: Training muss spezifisch, wiederholt und sinnvoll gesteigert sein – und es muss zum Ziel passen (Gehen trainiert man durch Schritt-/Stehpraxis; Handfunktion durch Greif-/Manipulationsaufgaben). Technologien sind dabei meist Verstärker: Sie erhöhen Übungsmenge, Feedback und Motivation, ersetzen aber selten die therapeutische Planung. [17]

Gangtraining und Mobilität (Gehfähigkeit, Gehstrecke, Balance).

  • Laufbandtraining kann Gehgeschwindigkeit und Ausdauer verbessern; die Effekte sind oft moderat, hängen aber u. a. von Stadium und Trainingshäufigkeit ab. [18]
  • Aufgabenorientiertes Training („task-oriented training“) zeigt in Meta-Analysen Verbesserungen von Gang- und Balanceparametern. [19]
  • Hochintensives Gehtraining (mehr Schritt-Wiederholungen bei höherer kardiovaskulärer Intensität) gilt als Trend mit wachsender Evidenz, wird aber in der Praxis noch nicht überall umgesetzt – oft wegen Sicherheits-, Personal- und Umsetzungsbarrieren. [20]

Robotik-Therapie und „assistiertes“ Gangtraining. Elektromechanische oder robotisch assistierte Geräte (z. B. Endeffektor-Systeme, Exoskelette) können Gehtraining standardisieren und viele Schritte ermöglichen. Cochrane-Daten zeigen, dass robotisch/elektromechanisch unterstütztes Gehtraining zusätzlich zur Physiotherapie die Chance auf unabhängiges Gehen erhöhen kann; Nutzen und Zielgruppe hängen aber stark von Ausgangsniveau und Setting ab. [21]

Arm-Hand-Rehabilitation: von „Bewegen“ zu „Benutzen“. Viele Patient:innen können Bewegungen teilweise wieder ausführen, setzen den Arm im Alltag aber wenig ein (erlernte Nicht-Nutzung). Hier zielen moderne Programme darauf, die betroffene Seite wieder funktionell in Alltagstätigkeiten zu integrieren. [22]

Constraint-Induced Movement Therapy (CIMT). CIMT (und modifizierte Varianten) kombiniert intensives Üben des betroffenen Arms mit Strategien, den Einsatz im Alltag zu erhöhen. Cochrane-Evidenz beschreibt Effekte auf Arm-Funktion/Alltagsfähigkeit, weist aber auch auf Unterschiede in Protokollen und Eignung hin (nicht jede Person erfüllt die motorischen Voraussetzungen). [23]

Spiegeltherapie. Spiegeltherapie kann motorische Funktionen (Ober- und Unterextremität) und Alltagsaktivitäten moderat verbessern; Nebenwirkungen wurden in Übersichten selten berichtet. Sie ist vergleichsweise niedrigschwellig und wird häufig als Ergänzung eingesetzt. [24]

Robotik-Therapie für Arm/Hand. Robotisch/elektromechanisch assistiertes Armtraining kann Alltagsaktivitäten, Armfunktion und Kraft verbessern; gleichzeitig bleibt offen, welche Dosierung und welche Patientengruppen am meisten profitieren. Unerwünschte Ereignisse wurden in den eingeschlossenen Studien insgesamt selten beschrieben. [25]

Elektrostimulation (NMES/FES).

  • Für die obere Extremität berichten Reviews günstige Effekte auf funktionelle Bewegungen, besonders wenn Elektrostimulation in trainingsorientierte Programme eingebettet wird (nicht als „passives Gerätetraining“). [26]
  • Bei Fußheberschwäche (Foot Drop) können sowohl Fußheber-FES als auch eine Unterschenkel-Fuß-Orthèse (AFO) die Gehgeschwindigkeit verbessern; Meta-Analysen zeigen im Mittel vergleichbare funktionelle Effekte, sodass die Wahl oft von Passform, Alltagssituation, Hautverträglichkeit, Kosten und persönlicher Präferenz abhängt. [27]

Virtual Reality und Exergaming. Cochrane-Updates deuten darauf hin, dass VR im Vergleich zu alternativen Therapieformen leicht bessere Ergebnisse bei Armnutzung und teils Balance/Teilhabeeinschränkung erzielen kann; unerwünschte Effekte (z. B. Übelkeit/Schwindel, Schmerzen) wurden selten berichtet. Insgesamt sind Effekte häufig klein bis moderat und stark abhängig von Dosis, Inhalt und Betreuung. [28]

Aus der „Innovationsecke“ zur Alltagsumsetzung: In-home-Programme mit spielerischen Elementen („Video-Game-Reha“) und Selbstmanagement wurden in randomisierten Designs untersucht; sie können die Übungszeit zu Hause erhöhen, aber funktionieren am besten, wenn Ziele klar sind und Rückmeldungen/Coaching vorhanden sind. [29]

Telerehabilitation und hybride Modelle. Systematische Reviews zeigen, dass Telerehabilitation in vielen Settings vergleichbare oder ergänzende Effekte auf Mobilität, Balance und Alltagsfunktionen erzielen kann – besonders, wenn sie strukturiert ist und eine therapeutische Rückkopplung enthält. Grenzen liegen u. a. bei schwerer Beeinträchtigung, fehlender Technik, geringer Unterstützung oder wenn Sicherheit (Sturzrisiko) nicht gewährleistet ist. [30]

Neuromodulation (rTMS/tDCS) und Brain-Computer-Interfaces (BCI). Diese Verfahren sind klinisch spannend, aber heterogen: Reviews und Statements sehen Potenzial für motorische und kognitive Outcomes, gleichzeitig variieren Protokolle, Zielregionen, Zeitfenster und Studienqualität. In vielen Versorgungsrealitäten sind sie (noch) Zusatzangebote spezialisierter Zentren, nicht Standard für jede Patientin/jeden Patienten. [31]

Grenzen und Risiken – ehrlich benannt.

  • In vielen Bereichen sind Studien klein oder Protokolle sehr unterschiedlich; das erschwert klare „Best-for-all“-Aussagen. [32]
  • Frühe Mobilisation braucht Dosierung: „zu viel, zu früh“ kann schaden. [12]
  • Heimtraining kann Stürze, Überlastung (z. B. Schulter) oder Hautprobleme bei Elektroden/Orthesen begünstigen, wenn Anleitung, Hilfsmittel oder Sicherheitsmaßnahmen fehlen. [33]

Heimübungen nach Schlaganfall

Heimübungen nach Schlaganfall sind dann am wirksamsten, wenn sie (1) sicher, (2) regelmäßig und (3) zielbezogen sind – idealerweise abgestimmt mit Physio-/Ergotherapie. Das Prinzip dahinter ist gut belegt: Wiederholte Aufgabenpraxis verbessert funktionelle Fähigkeiten. [34]

Sicherheits-Check vor dem Start (kurz):

  • Üben Sie nur, wenn Sie sich stabil fühlen (keine akute Infektion, kein Schwindel, keine neue neurologische Verschlechterung). [35]
  • Reduzieren Sie Sturzrisiko: rutschfeste Schuhe, freie Wege, feste Abstützfläche (Küchenarbeitsplatte/Handlauf), ggf. eine zweite Person in der Nähe. [36]
  • Bei Elektrostimulation oder Orthesen: Nutzen Sie diese nur nach Einweisung und mit passender Indikation. [27]

Übungsbaukasten (Do at Home, alltagsnah):

Wählen Sie 3–5 Übungen, die zu Ihrem Ziel passen, und steigern Sie langsam (mehr Wiederholungen, mehr Qualität, mehr Alltag). [34]

Heimtraining nach Schlaganfall: Person übt Balance und Gang mit unterstützender Hilfe.

Heimtraining: Alltagsnahe Übungen zur Mobilität

  • Aufstehen–Hinsetzen (Sit-to-Stand): Mehrfach aus einem stabilen Stuhl aufstehen und kontrolliert hinsetzen. Ziel: Bein-/Rumpfkraft, Transfers, Balance. [37]
  • Gewichtsverlagerung im Stand: Am festen Halt langsam Gewicht rechts/links verlagern, später kleine Kniebeugen oder Fersenheben ergänzen. Ziel: Balance und Gangvorbereitung. [38]
  • Schritt-Übung („gezielte Schritte“): Am Halt einen Fuß nach vorn/seitlich setzen und zurückführen; Fokus auf kontrolliertes Abrollen. Ziel: Gangtraining, Koordination. [39]
  • „Alltags-Greifen“ für die betroffene Hand: 5–10 Minuten mit großen, sicheren Objekten (Becher, Handtuch, Schwamm) greifen, ablegen, drehen. Ziel: Arm nach Schlaganfall bewegen lernen – funktionell statt „in der Luft“. [40]
  • Spiegeltherapie-Routine (10–15 Minuten): Nur, wenn therapeutisch empfohlen: betroffene Hand hinter dem Spiegel, gesunde Hand davor. Langsame, klare Bewegungen (öffnen/schließen, Handgelenk, Finger). Ziel: motorisches Re-Lernen ergänzen. [24]
  • Video- oder App-gestützte Heimprogramme: Video-geführte Übungen können die Adhärenz verbessern (weil „was und wie“ klarer ist) – besonders in den ersten Monaten nach Entlassung. [41]

Praxis-Tipp für Angehörige (ohne Druck): Besser 2–3 kurze Einheiten pro Tag als „einmal pro Woche viel“. Für das Gehirn zählt die Wiederholung über Zeit – und die Übung sollte so gestaltet sein, dass Erfolgserlebnisse möglich bleiben. [42]

Disclaimer: Dieser Artikel informiert evidenzorientiert über Rehabilitation nach Schlaganfall, ersetzt aber keine ärztliche Diagnose oder individuelle Therapieplanung. Bei neuen oder sich verschlechternden Symptomen bitte sofort medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. [1]

Häufig gestellte Fragen

Hier findest du Antworten auf die wichtigsten Fragen zu diesem Thema

  • 1

    Wie lange dauert die Rehabilitation nach Schlaganfall?

    Rehabilitation beginnt häufig bereits in der Akutversorgung und kann – abhängig von Schweregrad und Einschränkungen – Wochen bis Monate andauern. Der größte funktionelle Zugewinn erfolgt oft früh, jedoch sind auch später Verbesserungen möglich, insbesondere durch zielgerichtetes, regelmäßiges Training von Gang- und Arm-Hand-Funktion.

  • 2

    Kann man eine Lähmung nach Schlaganfall wegtrainieren?

    Manche Lähmungen bilden sich deutlich zurück, andere nur teilweise. Entscheidend sind unter anderem die Ausgangsschwere, betroffene neuronale Netzwerke und die Trainingsintensität. Evidenz zeigt, dass repetitives, aufgabenorientiertes Training sowie Verfahren wie CIMT, Spiegeltherapie oder Robotik-Training Funktionen verbessern können – eine vollständige Normalisierung ist jedoch nicht in jedem Fall erreichbar.

  • 3

    Wie kann ich den Arm nach Schlaganfall bewegen lernen, wenn Monate vergangen sind?

    Auch in späteren Phasen sind Verbesserungen möglich. Besonders wirksam sind funktionelle Aufgabenpraxis, Strategien gegen erlernte Nicht-Nutzung sowie gegebenenfalls ergänzende Verfahren wie Robotik-Training oder Virtual-Reality-Programme. Entscheidend ist, dass das Training in reale Alltagssituationen übertragen wird.

  • 4

    Hilft Elektrostimulation bei Fußheberschwäche wirklich?

    Funktionelle Elektrostimulation (FES) kann die Gehgeschwindigkeit bei Fußheberschwäche verbessern. Studien zeigen vergleichbare funktionelle Effekte wie eine Unterschenkel-Fuß-Orthese (AFO). Welche Option geeigneter ist, hängt von Alltagssituation, Komfort, Hautverträglichkeit und individueller Versorgung ab.

  • 5

    Ist Robotik-Therapie besser als klassische Therapie?

    Robotik-Therapie kann hilfreich sein, wenn sie zusätzlich eingesetzt wird, um Trainingsintensität, Wiederholungszahl und Feedback zu erhöhen. Sie ersetzt jedoch nicht die individuelle Therapieplanung und das alltagsnahe Üben.

  • 6

    Was bringt Telerehabilitation – und für wen lohnt sie sich?

    Telerehabilitation kann Training zugänglicher machen und kontinuierliche Betreuung ermöglichen. Studien zeigen vergleichbare oder ergänzende Effekte auf Mobilität und Alltagsfunktionen. Besonders geeignet ist sie für stabile Patient:innen mit technischer Unterstützung und sicherer Trainingsumgebung.

  • 7

    Sind rTMS, tDCS oder Brain-Computer-Interfaces schon Standardtherapie?

    Diese Verfahren gelten als innovative Ansätze mit wachsender Studienlage. Die Ergebnisse sind jedoch heterogen, weshalb sie derzeit meist spezialisierte Zusatzangebote darstellen und keine Standardtherapie für alle Patient:innen sind.

Wissenschaftliche Quellen

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    Stroke, Cerebrovascular accident

    Autoren: World Health Organization (WHO), Regional Office for the Eastern Mediterranean (EMRO)

    Journal: WHO EMRO (Health Topics)

    Jahr: 2026

  2. 3

    Neuroplasticity

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    Journal: Cochrane Database of Systematic Reviews

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    Journal: Cochrane Database of Systematic Reviews

    Jahr: 2018

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    Journal: Cochrane Database of Systematic Reviews

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    Journal: The Lancet eClinicalMedicine

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    Journal: Neurorehabilitation Review

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    Brain-computer interface interventions in post-stroke motor recovery

    Autoren: Various Authors

    Journal: Neuroengineering Review

    Jahr: 2024

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    Safety considerations in stroke rehabilitation

    Autoren: Various Authors

    Journal: Clinical Rehabilitation

    Jahr: 2020